Ausbildung, Experience and Berlin

Wer weiß, was die Fachkraft für Lebensmitteltechnik macht? - Ein Besuch bei Harry-Brot in Berlin-Marzahn -

Der Geruch von frisch gebackenem Brot zieht Besucher*innen unwiderstehlich zum Eingang von Harry-Brot. Das Traditionsunternehmen aus Hamburg backt an seinem Standort in Berlin-Marzahn täglich viele 1000 Brote. Hier können interessierte Jugendliche mit dem Programm One Week Azubi nicht nur in den Ausbildungsberuf der Fachkraft für Lagerlogistik sondern auch in den des Maschinen- und Anlagenführers sowie der Fachkraft für Lebensmitteltechnik hineinschnuppern. 

Fachkraft für Lebensmitteltechnik ist ein anspruchsvoller und vielseitiger Beruf

„Unter Lagerlogistik können sich die Bewerber*innen in der Regel noch etwas vorstellen und wir haben keine Probleme Azubis zu finden“, meint Personalreferentin Sabrina Schmiedel, „Bei der Fachkraft für Lebensmitteltechnik sieht das leider ganz anders aus. Dabei ist das ein sehr anspruchsvoller und vielseitiger Beruf.“ Dem stimmt Tony Rehberg lebhaft zu. Er lernt diesen Beruf zur Zeit im dritten Lehrjahr und ist Gastgeber für die nächste One Week Azubi-Experience. Er wird also den nächsten Teilnehmer des Programms eine Woche lang begleiten. Stolz zeigt er die Backstrecke und erklärt die Abläufe.

In Ausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik enthalten: der*die Maschinen- und Anlagenführer*in

Auf dem Weg dahin passiert er eine Hygiene-Schranke, die seine Schuhsolen abbürstet und beiden Händen Seife zum Waschen spendet. „Hygiene steht hier an erster Stelle“, meint Tony Rehberg und  zieht zusätzlich ein Netz über die Haare. „Den Geruch von frischem Brot nimmt man irgendwann nicht mehr wahr“, stellt er fest. Doch seine Aufgaben sind viel umfangreicher als nur in der Bäckerei zu arbeiten. Er ist auch in der Warenannahme, der Qualitätssicherung und in der Verpackung tätig. Alle diese Bereiche stellt er als Gastgeber in einer Experience vor. „In der Bäckerei kann ich die Teilnehmenden auch mal Teiglinge abwiegen lassen, aber an die Maschinen darf ich aus Sicherheitsgründen niemanden einfach so heran.“ Das Führen der Maschinen lernt man bereits in der Ausbildung zum*zur Maschinen- und Anlagenführer*in. 

Die Fachkräfte für Lebensmitteltechnik hingegen erwerben zusätzlich Kenntnisse über Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe, den Umgang mit frischer Ware bis hin zu mikrobiologischen Prozessen. „Das macht die Lehre so anspruchsvoll“, sagt Personalreferentin Schmiedel. „Da reicht Motivation nicht. Die schulischen Leistungen müssen auch stimmen.“ So kommt es vor, dass Bewerber*innen für eine Ausbildung auch einmal nicht angenommen werden. 

Mehr Kontakt mit potenziellen Azubis durch One Week Azubi

Bisher gingen 18 Bewerbungen für die Experiences bei Harry-Brot ein. Das Team von One Week Experience selektiert sie und sendet die passenden Bewerbungen an Personalreferentin Sabrina Schmiedel weiter. Seit 2017 konnten so bereits zwei Experiences stattfinden, eine weitere ist im September 2018 geplant. „Wir wollen in jedem Fall mit dem Programm weitermachen“, ist sich Personalreferentin Schmiedel sicher. „Wir kommen so mit mehr potenziellen Azubis in Kontakt, weil wir nicht in der Form wie One Week Experience in Schulen präsent sein und die Ausbildungsberufe vorstellen können.“ Zusätzlich erreicht One Week Experience mit seinen Maßnahmen rund um Azubi-Marketing und -Recruiting nicht nur Schüler*innen, sondern auch Studienzweifler*innen und junge Leute in der Orientierungsphase. Die meisten Bewerber*innen sind um die 20 Jahre alt. 


Besonders wichtig ist der Personalreferentin, dass die Bewerber*innen für das Programm freiwillig kommen und kein Pflichtpraktikum absolvieren müssen. Ein zusätzliches Plus für das One Week Azubi-Programm ist, dass die Experiences das ganze Jahr über stattfinden können und nicht an bestimmte Zeiträume gebunden sind. „Wir müssen das nur in unsere Abläufe einplanen“, schränkt Personalreferentin Schmiedel etwas ein. „Denn wenn Tony Prüfungen hat, kann er nicht auch Gastgeber sein.“ Dass er die Prüfungen schafft, steht für sie außer Frage. Und Tony Rehberg möchte im Unternehmen bleiben, obwohl er mit der abgeschlossenen Ausbildung in allen Bereichen tätig werden könnte, in denen es um frische Waren geht, wie beispielsweise in der Getränkeabfüllung. Und dass er bleiben möchte, liegt nicht nur an dem Duft nach frischem Brot...

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