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Das 8. Get Together – gemeinsam mit The DO School

Mein Name ist Nushin und ich war beim achten Get Together von One Week Experience mit dabei. Ich mache hier zur Zeit mein Praktikum für meine eigene Berufsorientierung. Passend zu unserem Get Together-Thema am Donnerstagabend bin ich zufälligerweise ab August 2018 Teilnehmerin im 24YOU Programm von The DO School, bei der wir zu Gast waren. Und so habe ich das Get Together als Jugendliche, die gerade nach dem richtigen Weg für sich sucht, erlebt:

Berufsorientierung. Das wovor sich Jugendliche in ihrer Schullaufbahn am meisten fürchten.

Am 17 Mai 2018 fand das achte Get Together zum Thema Berufs- und Studienorientierung statt. Dieses Mal waren wir von One Week Experience zu Gast bei The DO School, einer internationalen Bildungsplattform mit Sitz in Berlin. Am Abend selbst waren wir wie immer ein bunter Mix aus Lehrkräften, Mitarbeitenden von Unternehmen und Organisationen, die sich mit der Bildung und Zukunftsplanung von Jugendlichen beschäftigen, Vertreter*innen unserer beiden Initiativen und Teilnehmenden unserer Orientierungsprogramme. Zu Beginn gab es ein kleines Kennenlernspiel bei Getränken und Brezeln. Wir kamen unter Anderem zu der Erkenntnis, dass keine*r in der Runde ein Morgenmensch ist und fast jede*r eine unterschiedliche Zahnpasta verwendet.

Der ganze Abend stand unter der Frage, wie erfolgreiche Berufsorientierung aussehen kann und was wir alle als Akteur*innen in diesem Bereich dafür tun können, dass Jugendliche nach der Schule Anschluss finden. Die gastgebenden Initiativen One Week Experience und The DO School haben jeweils ihre Herangehensweisen an das Thema dargestellt und danach wurden alle Teilnehmenden zur Diskussion und zum Ideenaustausch angeregt.

Das Orientierungsprogramm 24YOU von The DO School

Bei 24YOU haben Jugendliche, welche gerade die Schule beendet haben, die Möglichkeit sich in einem kostenlosen 24-wöchigen Programm mit ihrer eigenen Zukunftsplanung auseinanderzusetzen. Es geht darum, die eigenen Interessen und Stärken herauszufinden und daraufhin in der Entscheidung sicherer zu werden, wie die Zukunft, insbesondere in Bezug auf die berufliche Laufbahn, aussehen wird. Die Teilnehmenden leben mit anderen ihres Alters in einer WG im Herzen von Berlin zusammen. Die Workshops, die hauptsächlich bei The DO School stattfinden, sind in vier Phasen eingeteilt:

Phase 1: Vorbereitung und Einblicke in die Arbeitswelt durch Selbstfindung

Phase 2: Unternehmensluft schnuppern und hinter die Kulissen eines Großunternehmens schauen

Phase 3: Durch Teamprojekte Ideen und Vorstellungen entwickeln

Phase 4: Einen eigenen individuellen Zukunftsplan erstellen und sich intensiv damit befassen

Schwierigkeiten im Prozess der Berufsfindung

Während der Präsentation und in der anschließenden Diskussion kamen unter den Teilnehmenden viele Fragen auf: Wie könne man es schaffen, Jugendliche, die in schwierigen Bedingungen aufwachsen, dafür zu motivieren, sich mit ihrer Zukunft zu beschäftigen und an Programmen wie 24YOU oder One Week Azubi teilzunehmen. In Gymnasien gäbe es eine ganz andere Herausforderung: die Informationen über die Vielfalt der Wege nach dem Abitur und die Alternativen zum Studium würden zu selten dargestellt. Einige der Anwesenden hinterfragten daraufhin die Berufsorientierung im Schulsystem. Es würde den Jugendlichen an Bezugspersonen mangeln, an die sie sich wenden könnten. Man müsse den Jugendlichen Mut machen und an sie glauben und manchmal müssten sie auch mal falsche Entscheidungen treffen um zu realisieren, was wirklich wichtig ist. Anwesende Lehrkräfte boten daraufhin ihre Sicht der Dinge und konnten so Einblicke in die Arbeit mit Jugendlichen aus verschiedenen sozialen Hintergründen bieten. In Kleingruppen wurden thematische Schwerpunkte behandelt und am Ende in der Runde vorgestellt. Unsere Ergebnisse reichten von mehr Pflichtpraktika bereits ab der 7. Klasse bis hin zu mindestens einer erfahrenen Berufsberaterin für jede*n Schüler*in.

Mehr Zwang vs. mehr Freiheiten

Eine Antwort darauf, ob es sinnvoller ist, die Schüler*innen in ihrer Schullaufbahn zur Berufsorientierung zu „zwingen" oder sie „in Ruhe zu lassen“ bis sie es selber in die Hand nehmen, haben wir beim Get Together nicht gefunden. Über ein paar wenige Dinge waren wir uns aber größtenteils einig: Das Engagement, was ihre eigene Zukunft angeht, ist bei Schüler*innen sehr unterschiedlich. Interesse kann man nur in den seltensten Fällen von Außen erwecken. Denn Ausbildungs- und Studienberatung bringt erst dann wirklich etwas, wenn die*der Gegenüber erkannt hat, dass es um sie*ihn selbst geht und motiviert ist, etwas zu finden was zu ihr*ihm passt.

Bis zum nächsten Mal!

Wir bedanken uns bei allen teilnehmenden Gästen für die Erfahrungen und Einblicke, die jede*r mitgebracht hat. Es gab viele interessante und vielfältige Erfahrungsberichte und Vorschläge, die wir und hoffentlich auch alle anderen im Kopf behalten werden und bei unserem Versuch, mehr Perspektiven für Jugendliche zu eröffnen, berücksichtigen werden. Wir hoffen, alle Teilnehmenden beim nächsten Get Together erneut begrüßen zu dürfen und freuen uns über jede*n, der Lust hat, sich über Themen der Berufs- und Studienberatung auszutauschen. Alle die sich für den Verteiler anmelden möchten, können dies über das Kontaktformular am Ende der Seite tun.

 

„Der Weg zum richtigen Beruf ist das Empfinden mehr zu wollen als nur einen Ort in dem man acht Stunden täglich verbringt.“ - eine*r der Teilnehmenden vom Get Together

 

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