Ausbildungsberuf: Hörakustiker*in

Hörakustiker*innen beraten Kunden zu unterschiedlichen Arten von Hörsystemen, führen Tests durch und reparieren Hörhilfen.

Beraten und Verkaufen
Rechnen und Programmieren
Forschen und Entdecken
Helfen und Betreuen

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Infos zur Ausbildung zum*r Hörakustiker*in

Deine Ausbildung zum*r Hörakustiker*in dauert in der Regel 3,5 Jahre und ist eine duale Ausbildung. Während deiner Zeit als Azubi werden dir alle Grundlagen vermittelt, die du später in deinem Arbeitsalltag als Hörakustiker*in brauchst. Hier findest du alle weiteren Infos rund um die Ausbildung und den Job. Je nach deinen schulischen Leistungen und Vorkenntnissen besteht die Möglichkeit, die Ausbildung auf 2 bzw. 2,5 Jahre zu verkürzen.

Was sind die Tätigkeiten und Aufgaben von Hörakustikern

Hörakustiker*innen haben ein vielfältiges Aufgabengebiet. Dazu zählen unter anderem:  

Beratung von Kund*innen

Hörakustiker*innen beraten Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen bei der Wahl des richtigen Hörgeräts. Dazu setzen sie sich mit Diagnosen von Hals-Nasen-Ohrenärzt*innen auseinander, die die Ursachen des Hörverlusts beschreiben. Sie erklären ihren Kund*innen verschiedene Möglichkeiten und stellen sich mit Einfühlungsvermögen auf ihre Wünsche und Sorgen ein.

Audiometrische Tests

Um das Hörvermögen ihrer Kund*innen festzustellen, führen Hörakustiker*innen audiometrische Tests durch. Dies sind Hörtests oder Sprachhörtests. Bei einem Hörtest werden hohe und tiefe Töne vorgespielt und festgestellt, welche Lautstärken oder Frequenzen nicht mehr wahrgenommen werden können. Bei Sprachhörtests findet man heraus, wie gut Menschen gesprochene Sprache unter dem Einfluss von störenden Geräuschen oder Lärm verstehen. Die Testergebnisse werden verwendet, um das passende Hörsystem auszuwählen.

Anpassung von Hörsystemen

Hörakustiker*innen passen Hörgeräte und Hörsysteme individuell an die Ohren der*des Kund*in an. Dafür benutzen sie sogenannte Otoplastiken, also eine Art Abdruck des Ohrs. Diese Plastik haben sie auch als 3D-Modell am Computer vorliegen. So konfigurieren sie das Hörgerät vor, bevor sie gemeinsam mit dem*der Kund*in und einer speziellen Software die Feinabstimmung vornehmen.

Wartung und Reparatur von Hörgeräten

Hörakustiker*innen reinigen die Einzelteile von Hörgeräten, tauschen defekte Teile aus, wechseln Batterien oder verändern Funktionen.

So ist die Ausbildung zum*r Hörakustiker*in

Der theoretische Teil

In der Berufsschule lernst du neben Deutsch und Wirtschaftskunde vor allem fachbezogene Dinge, die deine praktische Ausbildung ergänzen. Das reicht vom Nachstellen von Kundengesprächen bis zu handwerklichen Arbeiten an Hörgeräten. 

Folgende Dinge werden dir in der Berufsschule vermittelt:

  • Führen von Beratungs- und Verkaufsgesprächen
  • Alle technischen und handwerklichen Kenntnisse rund um Hörsysteme
  • Durchführung von Sprach- und Hörtests
  • Erstellung von Abdrücken des Kundenohrs, um das Hörgerät individuell anzupassen

In der Praxis

Neben der Berufsschule werden zukünftige Hörakustiker*innen im Betrieb ausgebildet. Dein Einsatzort kann dabei je nach Arbeitgeber variieren. Überwiegend arbeiten Hörakustiker*innen aber in Verkaufsräumen, Werkstätten, Akustiklaboren und Büroräumen.

Folgende Tätigkeiten werden dir während deiner praktischen Ausbildung vermittelt:

  • Bestimmung von Hörprofilen
  • Beratungs- und Verkaufsgespräche in der Praxis
  • Anpassung und Instandhaltung von Hörgeräten sowie deren Fehlerdiagnose

Nach den ersten 1,5 Jahren beginnt eine ausgiebige Vertiefungsphase der bisher gelernten Inhalte.

Hier arbeiten Hörakustiker*innen

Beschäftigungsbetriebe

Als Hörakustiker*in arbeitest du in erster Linie in Hörakustik-Fachgeschäften. 

Arbeitsorte

  • Verkaufsräume
  • Werkstätten
  • Hörkabinen sowie Akustiklabore
  • Büros

Gehalt, Verdienst und Lohn als Hörakustiker*in

Ausbildungsgehalt

Je nach Ausbildungsbetrieb kann dein Ausbildungsgehalt leicht variieren. Eine Vergütung nach Tarif ist nicht die Regel, viele Ausbilder bezahlen aber nach ihrem eigenen Haustarifvertrag. Generell sind die Löhne im Einzelhandel etwas höher als die im Hörgeräteakustiker-Handwerk.

  • Gehalt im 1. Lehrjahr: 560 - 800 € (monatlich brutto) (Nettogehalt ca. 450 € - 640 €)
  • Gehalt im 2. Lehrjahr: 670 - 900 € (monatlich brutto) (Nettogehalt ca. 530 € - 720 €)
  • Gehalt im 3. Lehrjahr: 780 - 1.000 € (monatlich brutto) (Nettogehalt ca. 620 € - 800 €)

Dein Gehalt nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung verdienen Hörakustiker-Gesell*innen zwischen 1.300 € und 2.600 € brutto im Monat, je nach Bundesland und Betrieb. Als Meister steigert sich das Gehalt auf monatlich 2.500 € bis 4.500 € (brutto). Das Nettogehalt liegt dementsprechend zwischen 1.000 € und 2.600 € (bei Steuerklasse 1, also sofern du nicht verheiratet bist und keine Kinder hast).

Karriere und Fortbildungsmöglichkeiten

Eine Ausbildung ist ein solider erster Schritt ins Berufsleben. Nach der Ausbildung kann es für dich aber noch weitergehen, wenn du magst. Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen ermöglichen dir, die Karriereleiter weiter nach oben zu klettern. Hier ein paar Beispiele:

  • Techniker
  • Hörgeräteakustiker-Meister (berechtigt zum Leiten eines eigenen Geschäfts)
  • Bachelor-Studium Hörakustik (ebenfalls berechtigt ein eigenes Geschäft zu leiten bzw. zu eröffnen)

Vorteile und Nachteile der Ausbildung

Vorteile

Die Ausbildung zum*r Hörakustiker*in bietet viele Vorteile. Hier sind einige von ihnen:

  • Flächendeckende Beschäftigungsmöglichkeiten in ganz Deutschland
  • Steigender Bedarf an Hörgeräten, da immer mehr Menschen ein Hörgerät benötigen
  • Sehr vielseitiges Aufgabengebiet von Beratung bis Handwerk

Nachteile

  • Es gibt nur wenig Berufsfachschulen, weswegen während der Berufsschulblöcke Flexibilität gefragt ist
  • Die Aufgabenvielfalt bringt eine schnelle Auffassungsgabe in verschiedenen Themengebieten mit sich

Voraussetzungen der Ausbildung

Schulische Voraussetzungen

  • erforderlicher Schulabschluss: Mittlere Reife
  • wichtige Schulfächer: Physik, Werken und Technik, Mathe

Persönliche Voraussetzungen

  • Handwerkliches und technisches Geschick
  • Eigenmotivation und Mut zu Entscheidungen
  • Sorgfältiges und genaues Arbeiten

Fakten zur Ausbildung

  • Ausbildungsdauer: 2 bis 3,5 Jahre
  • Berufstyp: anerkannter Ausbildungsberuf
  • Ausbildungsart: Duale Ausbildung in Industrie und Handwerk (geregelt durch Ausbildungsverordnung)

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